Besser geht es nicht – Get Well Soon in Nürnberg

Da war man schon mal von vornherein begeistert: In den MUZ-Club kam am 30.04. nicht eine kleine unbekannte Band, von der man vielleicht schon einmal gehört hat (falls man sich in den Indie-Kenner-Kreisen bewegt), sondern tatsächlich die Neuentdeckung der deutschen Musikszene. Der Konschti (aka Konstantin Gropper) und seine Band, besser bekannt als Get Well Soon, gaben sich die Ehre.

Wer vorab die Platte gehört hatte, war sicherlich gespannt, was Get Well Soon auf der Bühne des kleinen Clubs so treiben würden - ist es doch nicht so leicht, dort ein ganzes Streich-Orchester, Bläser und diverse Background-Sängerinnen (shoot, baby, shoot!) unterzubringen.

Ein Orchester wurde es dann auch nicht, aber immerhin sechs Mann und eine Frau bevölkerten die heimelige Bühne. Besagte Dame ist übrigens die Schwester vom Konschti, heißt Verena und verstand es virtuos, die Band mit ihrem Geigenspiel zu begleiten – da war ein Orchester auch gar nicht mehr vonnöten. Ein Glockenspiel, ein bis zwei Trompeten und Becken ergänzten die übrige Band-Ausrüstung (zwei Mal Gitarre, dazu Bass, Schlagzeug, Keyboard).

Was soll man sagen? Was für ein Konzert! Der Mix aus gefühlvollen, fast schon hymnischen Popsongs und rockigen Stücken ist den Musikern perfekt gelungen. Gropper hat es verstanden, beide Stimmungen authentisch und mit voller Leidenschaft zu transportieren. Manchmal glaubte man tatsächlich kurz, dass er ob der Gefühlswellen, die ihn dabei übermannten, gleich in Ohnmacht fallen würde. Klar, dass dabei auch ein klein wenig Rockstar-Attitude zelebriert wurde, aber dieser Mann lebt seine Musik!

Da ließ man sich auch gerne mitreißen und schwamm auf der Welle der Gefühle mit. Zum Tanzen gab es ohnehin nicht viel allzu viel Gelegenheit, zeichnen sich die Songs von Get Well Soon doch eher durch eine genussvolle Langsamkeit aus.

Nachdem man im MUZ-Club dann die dräuende Walpurgisnacht stilvoll mit „Witches! Witches! Rest Now In The Fire“ begrüßt hatte, kam der leise, aber doch so kraftvolle Höhepunkt des Konzertes: Da schaltete Konstantin einfach mal kurz mitten im Song „Ticktack“ Goes My Automatic Heart“ den Strom ab und sang zusammen mit Verena unplugged den Refrain. Das Publikum wurde daraufhin ganz still und lauschte andächtig. Dann, nach kurzem Zögern stimmte es ein und sang leise mit: „To the beat of my automatic heart you sing a song of life…“. Wunderschön!

Am Ende packten Get Well Soon die Gefühle dann doch noch kurz beiseite, um ordentlich abzumoshen. Welcher Rockstar geht auch schon gerne ohne Knall von der Bühne?

Bleibt zu konstatieren: Die Band heißt zwar Get Well Soon, aber besser geht es eigentlich nicht.

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